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Sehr geehrte Damen und Herren,
die Sitzungswochen sind vorbei und die politische Sommerpause macht sich in Berlin bemerkbar. Nach intensiven Debatten in den vergangenen Wochen ist es nun ruhiger geworden in der Hauptstadt. Das ist für uns der richtige Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen und den Fokus auf die Herausforderungen zu legen, die vor uns liegen. Was ist zuletzt passiert, was bedeutet das für uns als Gas- und Wasserstoffwirtschaft?
Ein zentrales Thema der letzten Wochen war die Klarstellung der EU-Kommission zum delegierten Rechtsakt zur Bewertung kohlenstoffarmer Kraftstoffe. Die Erwartungen an klare, investitionsfördernde Rahmenbedingungen waren groß. Die nun präsentierte Flexibilität bleibt jedoch hinter dem zurück, was wir als Branche benötigen. Zwar gibt es ein vorsichtiges Signal in Richtung Erleichterungen, doch wirklich neue Impulse für den dringend nötigen Hochlauf des Marktes bleiben aus. Das schafft weiterhin Unsicherheiten für Investitionen und verfehlt die Dynamik, die Europa sich mit seinen ambitionierten Wasserstoffzielen eigentlich selbst gesetzt hat. Hier bleibt unser Engagement weiterhin gefragt – wir werden uns weiterhin für praxistaugliche und planbare Vorgaben einsetzen.
Ganz anders fällt die Bewertung beim geplanten Gesetz zur CO₂-Speicherung aus. Mit dem aktuellen Gesetzgebungsverfahren zeichnet sich erstmals ein klarer Rahmen für CCS-Projekte in Deutschland ab. Noch ist das parlamentarische Verfahren nicht abgeschlossen, aber der dringend benötigte Marktrahmen nimmt Form an und gibt der Industrie berechtigte Hoffnung auf Planungssicherheit. Das ist ein entscheidender Fortschritt – nicht zuletzt auch dank des Einsatzes unserer Deutschen Carbon Management Initiative, die früh und konsequent auf die Notwendigkeit eines solchen Rahmens hingewiesen hat. Jetzt geht es darum, dass die Umsetzung zügig gelingt und Investitionen wirklich ermöglicht werden – Planungssicherheit für Speicherprojekte und Infrastruktur ist das Gebot der Stunde. Mehr dazu lesen Sie in unserer Pressemitteilung zum Gesetzesentwurfs zur Änderung des Kohlendioxidspeicherungsgesetzes.
Abseits der großen Politik machen viele Projekte Mut und zeigen, wie die Transformation konkret vorankommt. Mit der Inbetriebnahme der TENP III ist eine moderne Infrastruktur für den Gas- und Wasserstofftransport von West- nach Süddeutschland entstanden. Die zweite Bewerbungsrunde bei Hintco für erneuerbaren Wasserstoff ist gestartet, ambitionierte Vorhaben wie H2Mare oder H2FUTURE werden weiter ausgebaut. In Duisburg ist ein CO₂-neutrales Hafenterminal mit Wasserstoff-KWK-Technik in Betrieb gegangen, und die Tour d’Europe mit Bio-LNG zeigt eindrucksvoll, wie der Wandel auch auf den Straßen ankommt.
Mit der Gründung des Joint Ventures BarMar wurde diesen Monat ein wichtiger Meilenstein für den H2med-Korridor erreicht: Die Pipeline zwischen Barcelona und Marseille wird künftig eine zentrale Rolle beim Import von erneuerbarem Wasserstoff nach Europa spielen. Hier entsteht erstmals echte europäische Wasserstoff-Infrastruktur, die neue Perspektiven für Versorgungssicherheit und Klimaschutz eröffnet.
All diese Entwicklungen zeigen: Die Politik erkennt den Wert unserer Branche als Rückgrat der Transformation zunehmend an. Dennoch bleibt die Aufgabe groß. Zwischen ambitionierten Zielen und erfolgreichem Markthochlauf liegen weiterhin viele Herausforderungen – von Genehmigungsverfahren über Förderrahmen bis zur gesellschaftlichen Akzeptanz.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre von diesen und weiteren spannenden Geschichten, die wir für Sie recherchiert und aufbereitet haben.
Es grüßt Sie herzlich
Dr. Timm Kehler Vorstand DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
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Klarstellung der EU-Kommission weckt nur leise Hoffnung für Wasserstoff-Hochlauf
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Die EU-Kommission hat in einer Klarstellung zum delegierten Rechtsakt zur Bewertung kohlenstoffarmer Kraftstoffe genauere Bestimmungen im Hinblick auf kohlenstoffarmen Wasserstoff veröffentlicht. Bei Dr. Timm Kehler, Vorstand von DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT, wecken die nun konkretisierten Vorgaben nur leise Hoffnungen für den Wasserstoff-Hochlauf, weil wichtige Fragen weiter offenbleiben.
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CO₂-Speicherung: Gesetz schafft dringend benötigten Rahmen für den Markthochlauf
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Der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT begrüßt in seiner Stellungnahme den Gesetzentwurf als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur industriellen Transformation. An zentralen Stellen sieht die Branche allerdings Nachholbedarf. So müssen CO₂-Speicherung und Wasserstoffhochlauf gemeinsam gedacht werden, da beide Technologien für eine sichere, bezahlbare und klimaneutrale Energieversorgung unverzichtbar sind.
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TENP III in Betrieb – Moderne Infrastruktur für den Gas- und Wasserstofftransport von West- nach Süddeutschland
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Die Trans-Europa-Naturgas-Pipeline (TENP III), ein Gemeinschaftsprojekt der Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE) und Fluxys, ist offiziell in Betrieb genommen. Die rund 110 Kilometer lange Leitung ersetzt einen Strang der TENP, die von der deutsch-belgischen und deutsch-niederländischen bis zur Schweizer Grenze verläuft.
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Hintco eröffnet zweite Bewerbungsphase
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Hintco, Projektgesellschaft der H2Global Stiftung, hat die Bewerbungsphase für die regionalen Lose seiner Auktion für erneuerbaren Wasserstoff und dessen Derivate begonnen. Damit geht das Wasserstoffprogramm von Hintco in die zweite Runde. Deutschland und die Niederlande stellen gemeinsam 2,5 Milliarden Euro für neue Ausschreibungen bereit.
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Im Wasserstoffleitprojekt H2Mare: Synthetischer Kraftstoff aus dem Offshore-Windpark
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Das Wasserstoff-Leitprojekt H2Mare des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat im Juli die weltweit erste schwimmende Versuchsplattform zur Demonstration einer vollständigen Power-to-X-Prozesskette eröffnet. Dort soll aus Windenergie, Meerwasser und Umgebungsluft synthetischer Kraftstoff synthetisiert werden. Der gesamte Planungsprozess soll für zukünftige Produktionsplattformen getestet werden.
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voestalpine und VERBUND erweitern Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE
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voestalpine und VERBUND bauen die erfolgreiche und eine der weltweit am längsten laufende PEM-Elektrolyseanlagen H2FUTURE in Linz weiter aus. Dafür wird die im Jahr 2019 in Betrieb genommene Anlage am voestalpine-Standort um eine Verdichtungs- und Reinigungsanlage sowie um fünf Wasserstoffspeichertanks erweitert. Die Kosten für die Erweiterung des Forschungsprojekts belaufen sich auf 16,4 Mio. EUR.
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Rolls-Royce und Duisport eröffnen CO2- neutrales, energieautarkes Hafenterminal
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Rolls-Royce und die Duisburger Hafen AG haben Anfang Juli ein CO2-neutrales und autarkes Energiesystem für das neue Duisburg Gateway Terminal im Rhein-Ruhr-Industriegebiet in Deutschland in Betrieb genommen. Die Kernkomponenten sind zwei mtu-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die für den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff ausgelegt sind und hier weltweit erstmals zum Einsatz kommen.
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Wichtiger Meilenstein für den Wasserstoff-Importkorridor H2med: Firma BarMar gegründet
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Enagás/Enagás Infraestructuras de Hidrógeno, NaTran und Teréga haben die Gründung eines Joint Ventures vereinbart, das sich der Entwicklung des Projekts (PCI) BarMar widmet, einer Pipeline für erneuerbaren Wasserstoff, die Barcelona (Spanien) mit Marseille (Frankreich) verbinden wird – gemeinsam mit dem CelZa-Pipelineprojekt bildet es einen wichtigen Teil des H2med-Korridors.
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H2APEX übernimmt vollständig Wasserstoffprojekt am Standort Lubmin
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Das Rostocker Unternehmen H2APEX hat Anfang Juli das Wasserstoffprojekt des Unternehmens HH2E am Standort Lubmin übernommen. Damit verfügt H2APEX nun über ein weiteres Projekt zur Produktion von grünem Wasserstoff am Standort Lubmin. Aufgrund seiner unmittelbaren Anbindung an das Wasserstoffkernnetz gilt Lubmin als einer der attraktivsten Wasserstoffstandorte Deutschlands.
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IVECO für nachhaltige Mobilität bei der Tour d'Europe: über 5.000 Km mit Bio-LNG Lkw
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IVECO verkündete Anfang Juli den erfolgreichen Abschluss der Tour d'Europe, einer Meilensteinfahrt mit einer mit Bio-LNG betankten schweren Sattelzugmaschine. Diese Initiative unterstreicht einmal mehr die entscheidende Rolle von Biomethan als Schlüsselfaktor für den Übergang zu einem nachhaltigen und emissionsarmen Straßengüterverkehr in ganz Europa. Die Stopps waren mit Veranstaltungen verbunden.
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RAG Austria AG und ENERGIEALLIANZ Austria setzen auf grünen Wasserstoff
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NATURKRAFT, Tochtergesellschaft der ENERGIEALLIANZ Austria (EAA), beliefert ab sofort die Wasserstoffproduktion der RAG Austria. Ab Juni 2025 bis Ende 2026 soll die Wasserstoff-Anlage jährlich mit drei Gigawattstunden Ökostrom versorgt werden. Durch diese Kooperation verstärkt die EAA ihr Engagement bei Wasserstoff als zentralen Baustein der österreichischen Energiewende.
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Hybridheizungen: EWI-Studie zeigt Potenzial für Wärmewende
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Eine aktuelle Studie des EWI an der Universität Köln zeigt: Gas-Hybridheizung können insbesondere in Quartieren mit vielen unsanierten Gebäuden eine wirtschaftlich sinnvolle und praxistaugliche Alternative zur reinen Wärmepumpe sein. Zwar verursachen sie etwas höhere Treibhausgasemissionen, ihre flexible Betriebsweise entlastet jedoch das Stromnetz und kann so Netzausbaukosten verringern.
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Deutsche ReGas erreicht größte Gas-Einspeisung in Deutschland
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Mit mehr als zehn TWh Einspeiseleistung hat das Energie-Terminal „Deutsche Ostsee“ im zweiten Quartal die größte Einspeiseleistung in seiner Geschichte erzielt und gleichzeitig den Spitzenwert unter allen LNG-Terminals in Deutschland erreicht. Somit leistet die Deutsche ReGas aktuell einen wichtigen Beitrag, damit die Gasspeicher in Deutschland wieder gefüllt werden können.
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Projekt der 'Forschungsfabrik Wasserstoff MV' am Standort Greifswald eröffnet
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Ende Juni wurde die neue PtX-Plasma-Entwicklungsumgebung am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald eröffnet. Kernstück des neuen Forschungsstandorts ist die Entwicklung und Erprobung der sogenannten Plasmalyse, ein Verfahren zur Wasserstofferzeugung aus Methan. Diese benötigt nur etwa 20 Prozent der elektrischen Energie von klassischer Elektrolyse.
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ENERTRAG weiht Windfeld Mattheshöhe ein
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ENERTRAG hat im Juni feierlich sechs neue Windkraftanlagen eingeweiht. Diese gehören zum Verbundkraftwerk Uckermark, in dem Wind- und Solarstorm intelligent mit Speicherlösungen wie Wasserstoff verknüpft werden. Ein mobiler PtX-Trailer vor Ort demonstrierte anschaulich, wie ENERTRAG Strom aus Windkraft nutzt, um daraus Wasserstoff zu erzeugen – ein Schlüsselelement für die klimaneutrale Energieversorgung von morgen.
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Pfalzgas weitet Partnerschaft mit SEFE auf Wasserstoff aus
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Im Rahmn eines exklusiven und flexiblen Vertrags beliefert SEFE Pfalzgas seit Januar 2025 mit jährlich ca. 1,2 TWh Erdgas. Pfalzgas hat nun entschieden, diesen um zwei Jahre zu verlängern. Im Zuge dessen wurde auch eine Absichtserklärung unterzeichnet, um mögliche Wasserstofflieferungen über das deutsche Wasserstoff-Kernnetz zu prüfen und Pfalzgas so bei der Transformation hin zu neuen Gasen zu unterstützen.
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01. - 02.09.25 Hy.Summit.Rhein.Ruhr 2025 Duisburg & Bochum
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09. - 12.09.25 Gastech Exhibition & Conference 2025 Mailand, Italien
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16.09.25
Handelsblatt Jahrestagung Gas 2025 Berlin
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24. - 25.09.25
DVGW Kongress 2025 Bonn
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30.09. - 01.10.25
VKU - Stadtwerkekongress 2025 Mainz
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Jetzt online: Die neue Ausgabe von „g – Das Gasmagazin“
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Vom Speicherausbau über den Netzwandel bis zur Anwendung in der Industrie – die neue Ausgabe von g zeigt, wie Wasserstoffprojekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette bereits heute Realität werden. Ob Mobilität, Infrastruktur oder Produktion: Die Praxisberichte machen deutlich, wo der Hochlauf Fahrt aufnimmt – und wo noch politische Impulse gefragt sind.
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Stellungnahme zur Änderung des Kohlendioxidspeicherungsgesetzes
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Wir begrüßen den Entwurf zur Änderung des Kohlendioxidspeicherungsgesetzes als wichtigen Schritt für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit. CCS und Wasserstoff müssen gemeinsam gedacht werden, um die Transformation der Industrie zu sichern. Wir fordern einen verlässlichen Rechtsrahmen für den schnellen Ausbau der CO2-Infrastruktur sowie die konsequente Verzahnung mit der Wasserstoffstrategie.
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© 2025 DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V. Impressum: DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V., Neustädtische Kirchstraße 8, 10117 Berlin Tel: +49 30 4606015-0
Redaktion: Dr. Timm Kehler (V.i.S.d.P.), Charlie Grüneberg, Selina Stolzenbach
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